Warum Diagnostik nicht alles ist

Chefärztin PD Dr. Daniela Klitscher schaut sich das Röntgenbild einer Patientin an

Therapieplanung für Rückenpatienten fragt nicht immer nach den Ursachen der Probleme

Schwerin • Nicht jeder geht mit seinen Rückenbeschwerden immer sofort zum Arzt. Erst, wenn daraus Sorgen entstehen, soll der Arztbesuch eine Lösung bieten. Damit ist auch die Hoffnung auf eine  schlüssige Diagnose verbunden.

„Menschen neigen oft dazu, die Ursachen für ein Problem zu suchen. Die Kenntnis über die Ursache ist dann beruhigend für sie und lässt einen Ausweg erhoffen“, sagt PD Dr. Daniela Klitscher vom Rehazentrum. Patienten mit Rückenbeschwerden, die eine Arztpraxis aufsuchen, würden so aber eine umfassende Diagnostik erwarten.  „Eine häufige Aussage lautet: Ich muss erst einmal herausfinden, ob ich einen Bandscheibenvorfall habe“, so die Chefärztin. Oftmals wird daraufhin ein Bild der Wirbelsäule erstellt. Zeigt dieses tatsächlich Veränderungen, ist der Schreck meist groß und der Patient glaubt, die Ursache gefunden zu haben. Nicht jeder bleibt danach optimistisch.

Zudem lässt das zeitweise Auftreten von Rückenbeschwerden und die Betrachtung des Bildes einen Zusammenhang nur vermuten. PD Dr. Daniela Klitscher erklärt warum: „Dieselben Bilder gibt es auch von Rückengesunden. Auch nach Abklingen der Beschwerden kann später auf einem neuen Bild immer noch dieselbe Veränderung zu erkennen sein.” Unter ärztlichen Experten hat sich deshalb die Faustregel gebildet: „In 80 Prozent der Fälle mit Rückenbeschwerden bleiben die Ursachen unklar“. Sie bekommen deshalb die Bezeichnung „unspezifische Rückenbeschwerden“.
Sind spezifische Ursachen des Rückenschmerzes durch eine ärztliche Untersuchung und gegebenenfalls radiologische und laborchemische Untersuchungen ausgeschlossen, so sind aktive Therapien das erste Mittel der Wahl.

Wer betroffen ist, erkundigt sich unter der (0385) 32 616-94 am besten gleich nach einem Probetermin für die 4back-Rückentherapie im Rückenzentrum oder einem Beratungstermin im Rehazentrum bei Rehalotsin Anne Kuske unter der (0385) 39 578-0.

Wie der Arzt zwischen unspezifischen und spezifischen Rückenbeschwerden unterscheidet, erfahren Interessierte hier in der nächsten Ausgabe der hauspost.    

Marie-Luisa Lembcke

BU: Chefärztin PD Dr. Daniela Klitscher schaut sich das Röntgenbild einer Patientin an
Foto: maxpress

 

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