So funktioniert Rehabetrieb im Krisenmodus

Mitarbeiter der Verwaltung halten Patienten per E-Mail regelmäßig auf dem Laufenden

Schwerin • In vielen Unternehmen ist derzeit Improvisation gefragt. Auch im Rehazentrum Schwerin mussten einige Behandlungen zunächst unterbrochen werden, um eine Ansteckung mit dem Corona-Virus zu verhindern. Der hauspost verrät Geschäftsführer German Ross, wie der Rehabetrieb im Krisenmodus funktioniert.

 

hauspost: Herr Ross, wie haben Sie sich auf die herausfordernde Situation eingestellt?

Germann Ross: In der Woche vor dem 23. März deutete sich ja schon eine prekäre Lage für die Risikogruppe an. Deshalb haben wir auf Initiative unserer eigenen Ärzte bereits am 20. März entschieden, die Reha- und Heilmittelmaßnahmen für Patienten der Risikogruppe zu unterbrechen. In der Folgewoche haben wir die therapeutische Betreuung von Pflegeheimen komplett eingestellt, genauso wie das Angebot Medizinisches Training und die Reha-Nachsorge-Programme Irena und T-Rena.

 

hauspost: Wie ist Ihr Team damit umgegangen?

Germann Ross: Die Mitarbeiter der Verwaltung haben wirklich Höchstleistungen vollbracht mit der Beantwortung unzähliger Anfragen und dem täglichen Umbau des Terminplanes. Das hat schon einige Anstrengungen gekostet.

 

hauspost: Spätere Mitteilungen der Deutschen Rentenversicherung haben ausdrücklich die weitere Durchführung der Anschlussheilbehandlung nach Operationen verlangt, solange eine Einrichtung nicht vom Gesundheitsamt komplett gesperrt wurde. Wie minimieren Sie hier das Risiko einer Ansteckung?

Germann Ross: In erster Linie nehmen wir auch bei Anschlussheilbehandlungen nicht jeden Patienten an, sondern sortieren ebenfalls nach Risiken. Das stößt zwar nicht immer auf Verständnis, ist aber notwendig. Immerhin wollen wir unsere Patienten schützen.

 

hauspost: Welche weiteren Schutzmaßnahmen ergreifen Sie denn?

Germann Ross: Alle unsere Mitarbeiter und Patienten wurden gründlich über die Hygiene-
regeln instruiert. Sämtliche Bereiche und Geräte werden zusätzlich regelmäßig desinfiziert und in Gruppentherapien sind weniger Teilnehmer. Die Anmeldung ist durch ein Plexiglas isoliert und wir benutzen Mundschutz nach Verfügbarkeit. Außerdem geben wir Schutz-Handschuhe aus.

 

hauspost: Wie geht es nach der Krise weiter?

Germann Ross: Mit jetzigem Stand kann ich das noch nicht sagen. Wir werden unsere Patienten aber per E-Mail kontaktieren und auf dem Laufenden halten. Deshalb bitten wir auch um Verständnis, wenn wir nach der E-Mail-Adresse fragen. Das erleichtert der Verwaltung die Arbeit, wenn sie nicht jeden einzeln telefonisch über die immer wieder veränderte Lage informieren muss. Für alle Unterbrecher des Medizinischen Trainings gilt aber: Die Reservierungen für die Plätze bleiben erhalten. Mit Neustart geht es wie bisher geplant weiter. Die Bekanntgabe erfolgt auch auf der Homepage und auf der Facebook-Seite.

Marie-Luisa Lembcke

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