Für beide Seiten eine gute Idee

Candy Schneider, 39 Jahre, Physiotherapeutin

Neuer Bewerbungsprozess beim Rehazentrum räumt dem gegenseitigen Kennenlernen mehr Zeit ein

Schwerin • Geeignetes Fachpersonal zu finden, scheint heutzutage immer schwieriger zu werden. Immerhin muss nicht nur die berufliche Qualifikation des Bewerbers stimmen, es muss auch auf menschlicher Ebene passen. Da gerade zweites eher selten rein durch die Bewerbungsunterlagen und ein kurzes persönliches Gespräch einzuschätzen ist, hat das Rehazentrum den Bewerbungsprozess nun um mehrere Stufen ausgedehnt. Arbeitgeber und Arbeitnehmer haben jetzt viel mehr Zeit, einander intensiv kennen zu lernen.

„Es ist doch so: Das klassische Verfahren, Ausschreibung-Bewerbung-Gespräch-Entscheidung’ bietet zu wenig Zeit, um sicher zu gehen, dass diese Bindung für beide Seiten wirklich eine gute Idee ist“, sagt German Ross, Geschäftsführer des Rehazentrums. „Die Schnelllebigkeit und Verfügbarkeit verleiten den Bewerber oft zur Oberflächlichkeit in seinen persönlichen Entscheidungen.“ Ein langer Arbeitsweg wird nach ein paar Monaten doch zum Problem, Aufgaben und Abläufe passen nicht zum eigenen Arbeitsstil oder Charaktere im Team passen nicht gut zueinander. Die logische Schlussfolgerung: Persönlichkeit geht vor Qualifikation. Und Anfänger haben genauso große Chancen wie Profis. „Ein paar Grundbedingungen müssen natürlich vorhanden sein: die berufliche Qualifikation, Bereitschaft für Wechselschicht, Bereitschaft sich weiterzuentwickeln. Aber Weiterbildungen oder Zusatzqualifikationen sind erstmal nicht entscheidend.“

Nachdem in einem ersten Schritt also noch wie gewohnt die Bewerbung auf eine Ausschreibung mit formloser Interessenbekundung erfolgt, kommt es im zweiten Step zum E-Mail-Interview. „Mithilfe eines standardisierten Fragebogens erkundigen wir uns dann nach der persönlichen Motivation und Einstellung“, so German Ross. „Wir wollen wissen, warum der Bewerber in diesem Beruf arbeitet, warum er sich bei uns bewirbt, welche guten und schlechten Erfahrungen er gemacht hat.“

Diesen ersten Grundeindruck vertieft German Ross anschließend in einem Telefon-Interview. Er bohrt nach, wie ernsthaft die Bewerbung ist, was hinter so mancher Antwort steckt und wie sich der Bewerber selbst einschätzen würde. Candy Schneider, die dieses Bewerbungsverfahren als erste durchlaufen hat, berichtet von ihren Erfahrungen: „Im ersten Moment waren diese vielen persönlichen Fragen zwar ungewohnt, aber man hat sich als Person wahrgenommen gefühlt. Dass der Arbeitgeber so viel Interesse zeigt, kannte ich gar nicht. Das war total gut“, sagt die 39-jährige Physiotherapeutin.

Schafft der Bewerber es in die nächste Runde, steht das persönliche Gespräch an. Er bekommt so einen direkten Eindruck vom Haus, von der Geschäftsführung und vom Team. „Herr Ross hat mit mir einen richtigen Rundgang gemacht und er und auch einige Kollegen haben sich mehrere Stunden Zeit genommen“, erinnert sich Candy Schneider.

In einem weiteren Step gibt es den Praxistag. Der Bewerber durchläuft alle Stationen eines Patienten und erhält so einen tieferen Einblick in die verschiedenen Arbeitsbereiche. Erst danach gibt es das Vertrags-Angebot mit dem Ziel, den Bewerber zu gewinnen. „Wir werten den Praxistag gemeinsam aus. Auch die Meinung des Teams ist mir an der Stelle wichtig, was bis jetzt auf positive Resonanz stößt“, sagt German Ross.

Ihn konnte Candy Schneider übrigens von sich überzeugen. Seit Oktober arbeitet sie in der Praxis Am Grünen Tal. „Auch wenn das Bewerbungsverfahren etwas länger dauert – Durchhalten lohnt sich! Gerade wenn man von weiter weg kommt, sind diese ersten Stufen total gut. Als Bewerber erfährt man so ja auch viel über den Arbeitgeber. Und mehr Zeit beim Kennenlernen während der Bewerbung bedeutet letztlich mehr Zeit im Unternehmen“, sagt sie.

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Marie-Luisa Lembcke

BU:  Candy Schneider, 39 Jahre, Physiotherapeutin:  Das erweiterte Bewerbungsverfahren aus „Ausschreibung, Bewerbung, E-Mail-Interview, Telefon-Interview, Gespräch, Praxistag, Entscheidung” fand ich total gut. Herr Ross und das Team konnten mich als Person richtig kennenlernen und ich habe viel über das Unternehmen erfahren.

Foto: Maxpress

 

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