Den Körper als Ganzes betrachten

Physiotherapeutin Gabriele Marschner ist langjährige Mitarbeiterin im Rehazentrum und hat berufsbegleitend den Abschluss zur Osteopathin gemacht. Durch verschiedene Grifftechniken löst sie Blockaden an unterschiedlichsten Stellen im Körper

Osteopathin erkennt Beschwerden durch Abtasten und behandelt Patienten von Kopf bis Fuß

Schwerin • Sanft legt Gabriele Marschner ihre Hände auf den Rücken der Patientin, drückt hier und da etwas fester. Im Bereich zwischen Becken und Wirbelsäule soll sich eine Blockade lösen. Was im ersten Moment nach einer entspannten Massage klingt, ist viel mehr eine manual-therapeutische Maßnahme, um Bewegungseinschränkungen aufzuspüren und zu beseitigen. Vor kurzem hat Gabriele Marschner ihren Abschluss als Osteopathin gemacht und erweitert damit die Behandlungsmöglichkeiten im Rehazentrum.

„In der Osteopathie werden nicht nur der Bewegungsapparat, sondern auch Organe und Gewebe betrachtet. Denn treten hier Störungen auf, kann sich das an ganz anderer Stelle im Körper durch Beschwerden bemerkbar machen“, erklärt Gabriele Marschner, die bereits seit 2013 als Physiotherapeutin im Rehazentrum tätig ist. Beispielsweise können Verspannungen im Nackenbereich mit der Atemmuskulatur zusammenhängen, weshalb das Zwerchfell genauer unter die Lupe genommen wird. „Auf diese Weise kann man Ursachen auf die Spur kommen, die sonst vielleicht im Verborgenen geblieben wären.“ Auch bei Verletzungen, die für den betroffenen Patienten längst Geschichte sind, greift die Osteopathie.
Umso wichtiger sei es, den Patienten ganzheitlich zu betrachten, seine Empfindungen und sein Umfeld noch stärker zu berücksichtigen. Dazu gehören ein ausführliches Gespräch mit dem Patienten über Symptome und Vorerkrankungen sowie eine körperliche Untersuchung. Je nach Befundung wendet Gabriele Marschner dann eine manuelle Therapie mit gezielten Grifftechniken an, verbessert so Lymphfluss und Durchblutung und fördert somit den Heilungsprozess. „Osteopathie war schon immer mein Gebiet. Und dass ich jetzt die Ausbildung sogar berufsbegleitend machen konnte, ist natürlich super. Das Rehazentrum hat mich hierbei sehr unterstützt“, so die 38-Jährige, die in ihrer Freizeit gerne reist und ins Theater geht.
Wer an einer osteopathischen Behandlung  interessiert ist, sollte die Verordnung zuvor bei seinem Arzt erfragen. Die Erstattung der Kosten in Höhe von 85 Euro muss individuell bei der eigenen Krankenkasse erfragt werden. Termine können gerne über die Praxis für Osteopathie, Am Grünen Tal 22, unter (0385) 326 16 94 vereinbart werden.

Marie-Luisa Lembcke

Fotos: maxpress