Arbeitszeit individuell gestalten

Geschäftsführer German Ross im Interview mit der hauspost zur individuellen Arbeitszeitgestaltung.

Rehazentrum will mit räumlicher Erweiterung die Bedingungen für die Personalgewinnung verbessern

Schwerin • In vielen Branchen, vor allem aber im medizinischen Bereich, ist die Gewinnung von gutem Fachpersonal schwierig geworden. Das Rehazentrum Schwerin wirkt dieser Problematik nun mit einigen Veränderungen entgegen. Geschäftsführer German Ross hat der hauspost erzählt, wie.

hauspost: Herr Ross, woran liegt es, dass es schwieriger geworden ist, medizinisches Fachpersonal zu finden?
German Ross: Das hat damit zu tun, dass es mittlerweile viel mehr Angebote und auch Beschäftigungsmöglichkeiten für Physiotherapeuten gibt. Auf der anderen Seite wurden in den vergangenen Jahren weniger Fachkräfte ausgebildet.

hauspost: Erleben Sie das auch im Rehazentrum?
German Ross: Ja. Um die verfügbaren Räume voll auszulasten, sah die Schichtplanung bei Physio- und Ergotherapeuten eine Beschränkung der maximalen Wochenarbeitszeit auf 34 Stunden vor.
Manche Vergütungserwartungen lassen sich leider nur mit 40 Stunden erfüllen. Haben wir also qualifiziertes Personal gefunden, scheiterte es manchmal an den Gehaltsvorstellungen. Das war natürlich ein Nachtteil im Wettbewerb mit Einrichtungen, die im Einschichtsystem arbeiten.

hauspost: Was wird geändert?
German Ross: Wir werden die Rahmenbedingungen für die Personaleinsatzplanung anpassen. Konkret bedeutet das die Notwendigkeit zur räumlichen Erweiterung, ohne den Anspruch auf eine volle Raumauslastung beizubehalten. Aktuell haben wir durch das neue Rückenzentrum am Grünen Tal bereits zusätzliche Flächen gewinnen können. Auch der Erweiterungsbau für die Ergotherapie in der Wuppertaler Straße hat neue Räumlichkeiten geschaffen. Die Idee der Teamerweiterung an dieser Stelle haben wir dafür verworfen.

hauspost: Wie wird diese Option bis jetzt angenommen?
German Ross: Etwa ein Drittel der aktuell beschäftigten Therapeuten haben spontan von der Möglichkeit Gebrauch gemacht, die Regelarbeitszeit individuell zu erhöhen. Die wenigsten wollen tatsächlich 40,0 h arbeiten. Die MItarbeiter schätzen es jedoch, über die Option verfügen zu können, den Arbeitszeitumfang jederzeit an die persönlichen Interessen nach oben und unten anpassen zu können.

hauspost: Mit welchen Erwartungen blicken Sie in die Zukunft?
German Ross: Da wir in künftigen Stellenausschreibungen für Physio- und Ergotherapeuten nun eine individuelle Arbeitszeitgestaltung von Teilzeit bis 40,0 h anbieten können, verbessern sich die Aussichten auf die Personalgewinnung und -bindung. Voraussetzung für die Refinanzierung der neuen Rahmenbedingungen ist eine anhaltend gute Nachfrage nach unserem Angebot. Aber da bin ich optimistisch.

hauspost: Vielen Dank für das Gespräch.

Marie-Luisa Lembcke