


Häufig nachgefragte medizinische Begriffe:
In der Ergotherapie werden z.B. nach Hand- und Armverletzungen und nach neurologischen Erkrankungen Bewegungen in allen körperlichen Funktionen, die Selbständigkeit für die Häuslichkeit und das Gehirn zur Verbesserung der Gedächtnisleistungen trainiert.
Die progressive Muskelrelaxation ist eine sehr wirksame Entspannungsmethode, die besonders auf das Empfinden des westeuropäischen Kulturkreises angepasst ist. Die Methode beruht auf dem Phänomen, dass sich eine Entspannung der Muskulatur, aber auch der Seele, ganz von selbst zuverlässig einstellt, wenn man zuvor die Muskelbahnen für einige Sekunden leicht bis mittelstark angespannt hat.
Arbeitstherapie ist ein berufsbezogenes Training mit teilweise simulierter Arbeitstätigkeit. Das Training basiert auf einer systematischen Erhebung von bestehenden Defiziten durch Beobachtung bei der Ausübung körperlich anspruchsvoller Tätigkeiten im ausgeübten Beruf. Das anschließende Training zielt auf die Wiederaufnahme der beruflichen Tätigkeit ab.
Biomechanische Muskelstimulation nach Nazarov
In den 1970-er Jahren entdeckte Prof. Wladimir Nazarow die Wirkung von Vibrationen auf die Spannung von Bindegewebe. Dies wurde zunächst im Spitzensport vor allem im Turnen eingesetzt, um die Beweglichkeit zu verbessern. Nach der politischen Öffnung gelangte dieses Wissen auch nach Westeuropa und wird hier vor allem in der Therapie zur Gelenkmobilisation angewendet. Dabei wird Muskulatur und die Gelenkkapsel durch eine zielgerichtete Körperposition in Dehnung versetzt. Der intensive Vibrationsreiz verstärkt den Dehnungseffekt auf das Gewebe und erleichtert somit dem Therapeuten die Arbeit in der Manuellen Therapie (s. Begriff)
Die Vojta-Therapie ist eine Behandlungsmethode, die im Gegensatz zu anderen Methoden nicht der bewussten aktiven Mitarbeit des Patienten bedarf. Sie kann somit gut bei neurologischen Patienten eingesetzt werden, die auf Grund der Erkrankung bestimmte Körperregionen nicht bewusst steuern können. Die erwünschten Reaktionen durch den Patienten werden reflexartig aus dem Nervensystem abgerufen. Dazu werden gezielt bestimmte Zonen des Körpers durch die Hand des Therapeuten stimuliert. Die so aufgenommenen Reize beantwortet das Nervensystem mit einer Veränderung der Muskelspannung. Das zeigt sich für den Patienten in einer guten Aufrichtung der Wirbelsäule, einer besseren Atemfunktion oder einer besseren Wahrnehmung des eigenen Körpers.
Die Propriozeptive Neuromuskuläre Faszilation ist eine Methode, die durch die Auslösung von Muskel-Reflexen gestörte Spannungszustände zu reguliert. Dazu werden Rezeptoren in Muskeln und Gelenken durch Druck und Zug über Arme und Beine „faszilitiert“. Die so abgerufenen Bewegungsmuster verlaufen diagonal, z.B. der rechte Arm zum linken Bein. Dabei werden einzelne Muskeln in komplette Muskelketten eingebunden. Komplexe Haltungs- und Bewegungsmuster lassen sich so wieder erlernen. Dies kann auf Grund neurologischer Erkrankungen oder auch nach Operation am Stütz- und Bewegungssystem erforderlich sein.
Diese Methode stützt sich auf die Erkenntnis, dass die Natur Strukturen des Körpers nach dem Prinzip der Spirale aufbaut. Dies lässt sich im Kleinen wie der Doppelhelix der DNA beobachten bis hin zu großen Strukturen wie Knochen oder Muskelketten. In menschlichen Bewegungen bedeutet die vollständige Verschraubung von beteiligten Körperregionen einen optimalen Einsatz. Abweichungen davon führen zu geringeren Leistungen und zu Fehlbelastungen. Somit ist die Analyse und Korrektur von Bewegungsabläufen das praktische Thema dieser Therapiemethode. Vom Patienten wird aktive Mitarbeit und Motivation verlangt. Es lassen sich erworbene Fehlstellungen von den Füßen bis zur Halswirbelsäule korrigieren.
Das Kinesiotape besteht aus einer elastischen Gewebestruktur. Mit einer gezielten Anlage ist es möglich, Muskelspannungen zu erhöhen oder zu reduzieren. Auch Schmerzen können damit reduziert werden. Die Anlage ist in alle Körperregionen möglich. Im Gegensatz zum klassischen Tape, sichert das Kinesiotape nicht die passive mechanische Stabilität eines verletzten Gelenkes.
Manuelle Therapie / Chirotherapie
Die manuelle Therapie befasst sich mit der Behandlung von
Bewegungseinschränkungen der Gelenke, soweit sie ihrem Wesen nach auf
einer Störung der Funktion beruhen, d.h. umkehrbarer Natur sind. Diese
reversiblen Gelenkstörungen werden auch als "Blockaden" bzw. als
"Blockierungen" bezeichnet.
Innerhalb der Manuellen Therapie werden mit speziellen Handgriffen
reversible Gelenkstörungen oder Gelenksperren gemindert oder
beseitigt.
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Die Krankengymnastin Herta Bobath und Ihr Mann Karel Bobath, als
Neurologe, entwickelten nach 1943 ein Konzept zur Behandlung zentraler
Koordinationsstörungen, wie sie beispielsweise in Form von Spastizitäten (überschießende Muskelanspannung) oder Hemiplegien
(Halbseitenlähmungen) auftreten. Das Ziel ist es, sich dem Normzustand
des Spannungsgleichgewichtes der Muskulatur zu nähern. Dazu versucht
man überschießende Muskelaktivitäten zu hemmen und unzureichende
Muskelaktivität anzubahnen. Man bedient sich dabei körpereigener
Reflexe, die mit bestimmten Körperhaltungen und Druckpunkten ausgelöst
werden. Im Unterschied zur klassischen Krankengymnastik werden weniger
gymnastische Übungen durchgeführt, sondern Alltagsfunktionen
geschult. (Drehen im Bett, Aufstehen, Gehen...)
Anwendungsgebiete sind z.B:
- Schlaganfall, Schädel-Hirn-Trauma
- Angeborene Hirnschädigungen
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Medizinische Trainingstherapie
Diese aus der umfassenden Betreuung von verletzten Sportlern heraus
entstandenen Therapieform verbindet die Erkenntnisse der
Trainingslehre aus der Sportwissenschaft mit Elementen
physiotherapeutischer Behandlungstechniken. So wird es möglich, in der
Gestaltung aktiver Übungsprogramme der Komplexität eines
Schadensbildes gerecht zu werden. Ein Zustand nach Verletzung oder
Operation ist nicht nur von einem Verlust an Kraftfähigkeit, sondern
zuerst vor allem durch einen Verlust von Beweglichkeit und
Koordination gekennzeichnet. Ziel ist die individuelle Heranführung
des Patienten an die ihn im beruflichen oder sportlichen Alltag
erwartenden Belastungen. Die Kunst liegt hierbei in der Methodik der
Dosierung von Belastungen im Entwicklungsverlauf, um einerseits
positive Anpassungsreaktionen des Körpers zu fördern, andererseits
lädierte Strukturen nicht weiter zu schädigen.
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Krankengymnastik ist die klassische Heilgymnastik, die mit gezielten
Übungen (z.B. Dehnungen, Kräftigungsübungen, Haltungsschulung) zur
Wiederherstellung der Funktionen des Bewegungssystems,
Herz-Kreislaufsystems, Atmungssystems beiträgt.
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Unterwasserdruckstrahlmassage ist eine Kombination aus einem Wannenbad
und einen Unterwasserdruckstrahl, der massageähnliche Effekte bewirkt.
Der Vorteil hierbei ist, dass auch massive Verhärtungen gut behandelt
werden können und eine wesentlich größere Fläche in gleicher Zeit als
bei klassischer Massage.
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Manuelle Lymphdrainage ist eine Behandlung mit großflächigen, langsam ausgeführten
Handgriffen zur Förderung des Lymphflusses. Der damit angeregte
Abfluss
von Gewebeflüssigkeit dient der Entstauung von Ödemen nach Operationen
oder Verletzungen. Dies trägt wesentlich zur Optimierung des
Heilungsprozesses bei. Die Behandlung kann unterstützt werden mit
Kompressionsbandagen.
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Osteopathie ist eine Therapieform, die mit den Händen durchgeführt
wird. Der Therapeut versucht, Regionen mit mangelnder Beweglichkeit
aufzuspüren und wieder mobil zu machen. Dies bezieht sich auf die
Bereiche
- Stütz- und Bewegungssystem
- Organsystem
- Schädel- und Kreuzbeinsystem
Erst, wenn alle drei Systeme frei von Beweglichkeitsstörungen sind,
kann der Organismus gut funktionieren und frei von Schmerzen,
Verspannungen bzw. Krankheit sein.
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Die Applied Kinesiology umfasst ein ganzheitliches Therapie- und
Diagnosekonzept, welches die funktionellen Zusammenhänge zwischen
unseren Strukturen, mentalen/emotionalen und chemischen Funktionen
analysiert.
Mit Hilfe standardisierter Tests für einzelne Muskeln des Körpers
können Störungen am Stütz- und Bewegungsapparat, den inneren Organen
und Drüsen, sowie verschiedener versorgender Systeme (wie das
Nervensystem, Meridiasystem, Lymphsystem, Blutgefäßsystem usw.)
erkannt und behandelt werden. Die Korrektur dieser Störungen erfolgt
mit speziellen therapeutischen Techniken, wie Gelenk- und
Organsmobilisation, Akupunktur, Nährstoffergänzungen,
Reflexpunktbehandlungen u.a.
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Isokinetische Muskelfunktionsdiagnostik
Voraussetzung ist ein Gerät, welches einen computergesteuerten
hydraulischen Widerstand erzeugt, der sich in jedem Punkt der Bewegung
an die aufgebrachte Kraft anpasst. Schmerzhaft bedingte Krafteinbrüche
werden somit vom Gerät erkannt und sofort ein entsprechend
reduzierter Widerstand entgegengesetzt. Die Bewegungsgeschwindigkeit
ist konstant. Dies ermöglicht ein risikoarmes Entwickeln von
Kraftfähigkeiten. Ebenso können die erfassten Daten zu Testzwecken
ausgewertet werden.
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Diese vom Neuseeländer Robin McKenzie entwickelte Methode verfolgt
einen vorwiegend mechanischen Ansatz in der Behandlung von
Wirbelsäulenerkrankungen. Danach wird über vorwiegend in Richtung
Überstreckung wiederholt ausgeführte aktive Bewegungen versucht, dem
Entstehungsmechanismus von Wirbelsäulenerkrankungen als plötzliche
oder zu lange Beugehaltungen kausal zu begegnen. U.a. können bereits
eingetretene kleinere Verschiebungen von Bandscheibenmaterial wieder
rückgängig gemacht werden.
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Dr. James Cyriax entwickelte innerhalb der orthopädischen
nichtoperativen Medizin ein umfangreiches Konzept zur manuellen
Diagnostik und Behandlung von Gelenken und Weichteilen. Die Diagnostik
ermöglicht dem Therapeuten über ein durchdachtes Ausschlussverfahren,
auch ohne aufwendige bildgebende Verfahren die betroffene Struktur zu
identifizieren.
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Skoliosebehandlung nach Schroth
Die Skoliose stellt eine seitliche Abweichung der Form der Wirbelsäule
dar. Dies führt zu einem einseitigen Rippenbuckel am Rücken. Diese
Dreidimensionalität der Abweichung muss auch der Therapieansatz der
aktiven Korrektur sein. Deren praktischen Umsetzung stellt einen hohen
Anspruch an die koordinativen Fähigkeiten und den Willen des
Patienten.
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Taping bezeichnet die Verwendung von speziellem Klebeband zum Anlegen von
so genannten funktionellen Verbänden. Das Ziel eines funktionellen
Verbandes ist es die Bewegungsmöglichkeit eines Gelenkes gezielt
einzuschränken. Dadurch werden geschädigte Strukturen nicht belastet,
aber verbleibende Bewegungsvielfalt kann genutzt werden. Einsatz
findet das Taping im Sport und zur frühzeitigen Nachbehandlung in der
Rehabilitation.
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